In frühen Stadien der Fahrzeugentwicklung werden zunehmend Werkzeuge
benötigt, welche eine schnelle und einfache Änderung der
Bauteilgeometrie erlauben, denn beim Zusammenbau der verschiedenen Teile, dem
sogenannten Assemblieren, kommt es immer wieder zu Inkonsistenzen und
gegenseitigen Durchdringungen.
Bei der Entwicklung solcher Werzeuge stellt sich öfters die Frage, wie
eine dreidimensionale Manipulation mittels zweidimensionaler
Eingabegeräte, wie z.B. der Maus, am besten bewerkstelligt werden
können. Am intuitivsten ist es, die Auswahl des betroffenen
Interaktionsgebietes von der eigentlichen Editieroperation zu entkoppeln.
Selektieren in 3D
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Abb. 1: Freihandselektion zur schnellen Knotenauswahl |
In Anlehnung an bekannte Methoden aus der 2D Bildverarbeitung dient eine
Freihandselektionslinie zur einfachen Möglichkeit schnell eine bestimmte
Bauteilregion - wie in Abb. 1 zu sehen - einzukreisen und die
darinliegenden Knoten dadurch zu selektieren.
Da viele Modifikationsoperationen auf einem zusammenhängenden Gebiet
erfolgen steht ausserdem eine weitere Selektionsmöglichkeit zur
Verfügung, welche mittels eines Mausklicks sämtliche Knoten markiert,
die zur selben Gebietsfläche gehören. Eine solche Gebietsfläche
wird dabei durch bestimmte Merkmale wie äussere oder scharfe Innen-Kanten
begrenzt. Eine solche Feature-basierte Selektion zeigt Abb. 2.

Abb. 2: Selektion von Feature-basierten Bauteilflächen |
Eine dritte und die simpelste Variante ist die Selektion eines ganzen Bauteils,
was sich als nützlich erweist, wenn seine Positionierung verändert
werden soll.
Deformationsoperationen
Um die ausgewählten Knoten leicht im freidimensionalen Raum bewegen zu
können wurde ein spezielles Widget (siehe Abb. 3) entwickelt, welches
die Bewegungsmöglichkeiten in zwei Arten aufspaltet, so dass eine
Interaktion mit der Maus zugleich intuitiv und präzise erfolgen kann. In
Abb. 3 wurde mit der Maus am Pfeil des Widgets gezogen (an der grünen
Einfärbung des Pfeiles zu erkennen), so dass eine Bewegung nur entlang der
Oberflächennormalen erfolgen kann. Zieht man an der Grundfläche des
Widgets, so ist die Bewegung entsprechend auf Verschiebungen auf der
Bauteiloberfläche beschränkt.
Abbildung 4 demonstriert, dass neben Parallelverschiebungen auch
komplexere Verformungsmöglichkeiten gegeben sind, welche anhand
verschiedener Parameter und einer Auswahl an Basisfunktionen gesteuert werden
können.
Bereits während der Interaktion wird das deformierte Netz ständig auf
seine Gültigkeit hin überprüft. Verletzt ein finites Element
bestimmte Kriterien, so dass es ein ungenaues Simulationsergebnis verursachen
könnte, wird dieses Element entsprechend dem eingetretenen Fall mit einem
bestimmten Glyph markiert. Der Ingenier kann dann entscheiden, ob er die
Deformation rückgängig machen möchte oder die fehlerhaften
Bereiche manuell bzw. automatisch
bereinigen lässt.
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Abb. 3: Parallelverschiebung markierter Knoten
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Abb. 4: Komplexere Verformungsoperation
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Abb 5: Markieren fehlerhafter Elemente; hier zu sehen: zu kurze
Kantenlänge, zu großer bzw. zu kleiner Winkel, Warping und
kritisches Seitenverhältnis
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