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Ziel dieses Vorhabens ist es, die
Application-Service-Providing-Konzeption auf Basis neuester
Internet-Software-Technologien für technisch-wissenschaftliche
Simulationen auf PC-Clustern zu entwickeln. Damit soll diese
kostengünstige Art von Hochleistungsrechenkapazität und aktuelle
wissenschaftliche Software auf besonders einfache Art und Weise
Nutzern aus dem Bereich der Wissenschaft und der Industrie zugänglich
gemacht werden. Hiermit hoffen wir, vor allem kleineren Instituten und
mittelständischen Ingenieurbüros den Weg hin zum Einsatz von
Simulationstechnologie zu ebnen. Daher ist die erfolgreiche
Durchführung dieses Projekts praktisch Voraussetzung, um in Zukunft
inhaltlich orientierte Forschungsprojekte, die diese
Rechnerinfrastruktur nutzen werden, mit eben solchen Partnern
einzuwerben und erfolgreich durchzuführen.
Konkret muss hierzu eine ASP-Basissoftware entwickelt werden, die die
Web-Benutzungsschnittstelle, das Session-Management,
Ein-/Ausgabedatentransfer, Authentisierung und Verschlüsselung, sowie
Abrechnung in großen PC-Clustern ermöglicht. Darüber hinaus ist
gerade für die häufig komplexen Job-Abläufe in wissenschaftlichen
Simulationen eine adäquate Beschreibungs- und Steuerungsmöglichkeit zu
finden. Um diese umfangreiche Softwareumgebung möglichst frühzeitig
zur Verfügung zu haben, soll auf Entwicklungen des Projektpartners s+c
aufgesetzt werden, die dieser in das Projekt miteinbringt und die vor
allem im Hinblick auf große Installationen wie das PC-Cluster an der
Universität Tübingen mit 192 Prozessoren erweitert werden müssen.
Durch die Einbeziehung dieses Firmenpartners soll darüber hinaus die
Anwendbarkeit der Konzepte in industriellen Umgebungen sichergestellt
werden und eventuell ASP-Kunden von s+c zur frühzeitigen Evaluierung
gewonnen werden.
Damit diese Basisentwicklungen sich permanent an konkreten
Anforderungen orientieren, sollen parallel dazu zwei wissenschaftlich in der
Physik und in der Informatik beheimatete Prototypen entwickelt
werden. Ein Ziel ist die an der TAT entstandenen bereits parallelisierten
Smoothed-Particle-Hydrodynamics-Codes auf die ASP-Plattform anzupassen
und im Rahmen eines DFG-Transferprojekts mit Bosch einzusetzen. Zum
anderen sollen die am IfI/VIS erarbeiteten Lösungen zur verteilten
Visualisierung über Image-Streaming an die Graphikhardware des
PC-Clusters adaptiert und für die SPH-Visualisierung verwendet werden.
Ausgehend von der Evaluation von Lösungen zur Kopplung von Clustern
mit Ressourcen-Management-Lösungen soll geprüft werden, inwieweit
diese Lösungen schon den Anforderungen eines Inter-ASP-Dienstes
genügen (Sicherheitsaspekte, Ausfallsicherheit, Transparenz des
Monitorings). In diesem Zusammenhang werden auch die
Kopplungsmöglichkeiten der Cluster innerhalb eines
Ressourcen-Management-Systems mit Hilfe einer VLAN-Koppelung des s+c
Clusters mit dem TAT-Cluster untersucht. Weiterhin wird die
Partitionierung des ASP-Angebots in eine hochsichere
Industriepartition und eine offenere Wissenschaftspartition
betrachtet.
Der Einsatz von hardwareunterstütztem Check-Pointing soll im Hinblick
auf effiziente Maschinenauslastung zur Unterstützung bei der
Fehlersuche und zur Erlangung erhöhter Sicherheit untersucht werden.
Generell soll die Ressourcenallokation für den ASP-Benutzer
transparent erfolgen.
Das Arbeitspaket umfasst die Weiterentwicklung der von s+c
entwickelten Grundversion der webbasierten ASP-Zugangssoftware.
Aufbauend auf und in Kombination mit herkömmlichen Webtechnologien
(HTML, CGI, JavaScript, server-side Template-Skripting mit Perl, PHP,
Zope etc.) sollen Teile der GUI mittels Java funktional erweitert und
verbessert werden, mit dem Ziel, eine intuitiv bedienbare,
plattformunabhängige und von der Performanz her alltagstaugliche
Benutzerschnittstelle zu realisieren.
Session-Management in Verbindung mit persistenter Datenhaltung auf
Serverseite ermöglichen eine komfortable Navigation und die Verwaltung
von Benutzerprofilen und -präferenzen. Ein webbasierter Filemanager
zur Abwicklung des nötigen Dateitransfers und eine ebenfalls
webbasierte leistungsfähige Editiermöglichkeit von Parameter- und
Inputdaten, Eingabemasken, die das Starten von Rechenjobs/Simulationen
erleichtern sowie Visualisierungsmöglichkeiten für die
Berechnungsergebnisse sollen mittelfristig die kommandozeilenbasierte
Login-Umgebung ersetzen. Einige Teilaspekte der hier sehr wichtigen
Sicherheitsfragen wie Authentisierung und Verschlüsselung mittels SSL,
Zertifikatverwaltung etc. sind noch zu präzisieren.
Um den Benutzern eine automatisierbare Integration in deren
Softwaresystem zu ermöglichen, soll der Einsatz von XMLRPC untersucht
werden. XMLRPC soll zum einem dem Kontrollfluss und zum anderen dem
Datenaustausch dienen.
Die Entwicklung einer Datenbankumgebung zum verlässlichen Accounten
und automatischen Abrechnen der in Anspruch genommenen
Rechenleistungen sind weiterhin noch zu lösende Aspekte, ebenso wie
Fragen der Skalierung auf Multiprozessormaschinen, Multithreading und
Parallelisierung, die transparente Verteilung sowie die
softwareseitige Partitionierung der vorhandenen Ressourcen zwecks
sicherer Trennung bzw. Abschirmung von Daten und Prozessen der
einzelnen ASP-Anwender. Letztere Anforderungen überschneiden sich
inhaltlich zum Teil mit der Entwicklung des Produkts FlowGuide, dessen
Einsatz u.a. hierfür geplant ist.
Hier konzentrieren sich die Arbeiten auf die Realisierung von
wissenschaftlichen Job-Flows unter Verwendung des s+c Produkts
FlowGuide. Dazu gehört z.B. die Definition von Standard-Abläufen und
deren Beschreibung mit FlowScript. Die in diesem Zusammenhang
notwendigen Erweiterungen von FlowScript/FlowGuide müssen genauso
implementiert werden wie die Anbindung an die ASP-Basissoftware.
Des Weiteren soll die Kopplung verschiedener PC-Cluster untersucht
werden. Ein prototypisches Szenario wäre hier, den TAT-Cluster als
Überlauf für den s+c-Cluster bei zu großen Ressourcen-Anforderungen (zu
hoher Andrang, zu großer Plattenplatz- oder Speicherbedarf etc.)
einzusetzen. Die Weiterleitung von Jobs müsste für die Benutzer
transparent sein. Dafür muss ein Konzept für die Kopplung/Verteilung
zwischen verschiedenen Clustern in FlowScript realisiert werden.
Hier ist insbesondere auch zu überlegen, inwieweit man dafür LSF
einsetzen kann.
Im Endausbau soll der Job-Flow via einer grafischen UML-Schnittstelle
gesteuert werden können. Aus den gerichteten Grafen der UML-Diagramme
können die erforderlichen XML-basierten FlowScript-Anweisungen
generiert werden.
Einige Knoten des PC-Clusters werden mit 3D-Graphikkarten ausgestattet
und erlauben damit hardware-beschleunigte Visualisierung. Allerdings
muss hierzu die generierte Graphik aus dem Framebuffer dieser Karten
ausgelesen und in komprimierter Form als Bildstrom an das
Client-System des Benutzers übertragen werden. Erste Erfahrungen mit
diesem Ansatz sind vielversprechend, sind jedoch bisher nur über die
P-Buffer-Extension auf SGI-Plattformen realisiert.
In diesem Arbeitspaket soll untersucht werden, wie
hardware-beschleunigtes Offscreen-Rendering auch mit PC-Karten und
unter Linux durchgeführt werden kann. Darüber hinaus soll der
parallele Einsatz mehrerer Knoten für die Stereo-Darstellung und die
effiziente Kompression der Bilder evaluiert werden. Hierbei sind
insbesondere asymmetrische Kompressionsverfahren von Interesse, da
möglichst wenig Rechenlast auf dem Client bei geringen
Bandbreitenanforderungen angestrebt wird.
Prototyisch soll ein parallelisierter Smoothed-Particle-Hydrodynamic
Code, der an der TAT erstellt wurde, eine ASP Schnittstelle erhalten.
Die gegebene Problematik ist insofern typisch für den geplanten
Einsatz, als die hierbei benötigten Rechenleistungen für die
Simulation des Primärzerfalls von Flüssigkeits/Gas-Gemischen nur mit
Parallelrechnern erbracht werden können. Auf der Seite des
Pilotanwenders Robert Bosch GmbH muss eine Integration in bestehende
nicht parallele Rechnerarchitekturen und Softwaresysteme erfolgen.
Es soll gezeigt werden, dass mittels ASP eine Bereitstellung von
wissenschaftlichen Anwendungen und von Hochleistungsrechnerkapazitäten
möglich ist, ohne dass die Benutzer mit der Komplexität der
eingesetzten Rechnerumgebungen konfrontiert werden. Die Integration
in die bestehenden Simulationssysteme bei diesem industriellen
Anwender soll mittels des plattformunabhängigen XMLRPC untersucht
werden.
Der hohe Anfall an Daten bei nur begrenzter Internetbandbreite
erfordert für den industriellen Anwender eine erhebliche serverseitige
Datenreduktion bei dieser dreidimensionalen strömungsmechanischen
Simulation. Der Einsatz von serverseitigem (Volume-)Rendering mit
interaktiver Visualisierung auf Thin Clients soll prototypisch
implementiert werden.
Ausgehend von dieser prototypischen Anwendung ist die
Weiterentwicklung des SPH/ASP Programmes zur kommerziellen Reife in
einem DFG-Transferprojekt, welches im Rahmen des SFB 382 angesiedelt
werden soll, angestrebt.
Arbeitsplan/Zeitplan:
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Arbeitspaket | 1. Jahr | 2. Jahr |
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| I | II | III | IV | I | II | III | IV |
| AP1: Ressourcen-Management | x | x | x | x | x | | | |
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AP2: ASP-Basissoftware | x | x | x | x | x | x | x | |
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AP3: Job-Flow-Software | | | | x | x | x | x | |
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AP4: ASP-Visualisierung | | | x | x | x | x | x | x |
|
AP5: Anwendungsprototyp | | | | x | x | x | x | x |
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Sebastian Niedworok
Tue Jan 9 11:51:22 CET 2001
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