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Forschungsschwerpunktprogramm des Landes Baden-Württemberg
ASPIC - Application-Service-Providing für integrierte
technisch-wissenschaftliche Simulationen und deren Visualisierung auf
Hochleistungs-PC-Clustern
Im Rahmen der wissenschaftlichen Forschung werden vielfältige
Entwicklungen im Hard- und Softwarebereich durchgeführt. Ein
wesentliches, bisher ungelöstes Problem ist das Verfügbarmachen dieser
Technologien für kommerzielle Anwender. Zum einen sind
Hochleistungsrechner für mittelständische Unternehmen zu kostspielig
in Beschaffung und Unterhalt und zum anderen lassen sich im Rahmen von
wissenschaftlicher Forschung erarbeitete Technologien nur schwer in
die bestehenden Systeme der Großindustrie mangels passender
Schnittstellen integerieren.
Application-Service-Providing (ASP) ist ein aktueller Trend der
Internet-Ökonomie den Benutzern Ressourcen-intensive
Computeranwendungen über die Technologien des World-Wide-Webs am
lokalen Arbeitsplatz verfügbar zu machen und die so erbrachte
Dienstleistung direkt (per use) abzurechnen. Während im Umfeld der
kommerziellen EDV dies schon häufig über die Portale von
ERP-Softwarehäusern angeboten wird, steht diese Entwicklung im Bereich
der technisch-wissenschaftlichen Anwendungen gerade erst am Anfang.
Gerade für mittelständische Dienstleister und Industrie ist aufgrund
der nicht anfallenden Investitions- und Betriebskosten ASP sehr
interesant und hilft die Hemmschwelle für den Einsatz von aktuellen
wissenschaftlich-technischen Technologien zu senken.
Aufgrund der vielfältigen Vorteile dieser Herangehensweise, wie
Kostentransparenz, reduzierte Investitionsrisiken, hochqualitativer
Service der Infrastruktur, weltweiter Zugriff, um nur einige zu
nennen, ist mit einer weiteren Verbreitung dieses Betriebsmodells auch
im Bereich der Simulation auf Hochleistungsrechensystemen bis hin in
den akademischen Bereich zu rechnen. Ein wichtiger Aspekt hierbei ist,
dass bei ASP die Anwendung und die damit erzielten Ergebnisse und
nicht der Rechner und seine Kommandozeile im Zentrum stehen. Die reine
Rechenleistung kann über automatische Lastverteilungssysteme,
time-sharing und andere Verfahren komplett virtualisiert werden.
Ziel dieses Vorhabens ist es, die ASP-Konzeption weiterzuentwickeln,
auf den Bereich Visualisierung auszudehnen und prototypisch auf einem
Hochleistungs-PC-Cluster
zu realisieren, der durch eine HBFG-Maßnahme
im Umfeld des an den Universitäten Tübingen und Stuttgart
angesiedelten Sonderforschungsbereiches 382 im Juni 2000 in Tübingen
installiert wurde. Hierdurch soll eine leicht zugängliche Plattform für
Simulationscodes, die für Parallelrechner mit verteiltem Speicher
geeignet sind, geschaffen werden, die
naturwissenschaftlich-technischen Instituten des Landes und potentiell
auch der Industrie -- und hier vor allem kleinen und mittelständigen
Ingenieurbüros -- den Zugang zu dieser Art von kostengünstiger
Hochleistungsrechnertechnologie ermöglicht. Im Erfolgsfalle könnte
dies zu einer Public-Private-Partnership führen, bei der das wachsende
Interesse der Industrie an solchen Lösungen zu einem weiteren Ausbau
der beliebig skalierbaren Installation führt. Um den Aspekt des
Serviceangebots für die Industrie zielgerichtet zu verfolgen, wurde
ein in Tübingen angesiedeltes mittelständisches Unternehmen, das in
den Bereichen Betrieb von PC-Clustern und Simulationsanwendungen in
industriellen Berechnungsumgebungen umfangreiche Erfahrungen vorweisen
kann, mit in das Vorhaben einbezogen. science + computing bringt eigene
ASP-Software-Lösungen und Personalressourcen mit ein.
Sebastian Niedworok
Tue Jan 9 11:51:22 CET 2001
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