![]()
![]() |
Andreas Hub[1] |
| "The objects I see are nothing but colors of different kinds and forms" Leo M. Hurvich |
Viele Objekte lassen sich mit Hilfe der Kenntnis ihrer Farbe orten, sofern ihre Farben bekannt sind beziehungsweise gelernt wurden. Sind zusätzlich Informationen über die Größe und Entfernung einzelner Objekte bekannt, so ermöglicht die Kombination dieser Informationen blinden Personen zwar nicht das Sehen, sie kann aber dazu beitragen, die Orientierungsfähigkeit zu verbessern.
Der erste Prototyp einer Orientierungshilfe, der Blinden akustisch Informationen über bestimmte Objekteigenschaften vermittelt, wurde im Rahmen einer Doktorarbeit bei Prof. Dr. Peter Fromherz[2] von Andreas Hub[3] entwickelt. Der Prototyp besteht aus einer modifizierten Videokamera, die an einen Laptop mit Soundkarte angeschlossen ist. Der (blinde) Benutzer "rastert" seine Umgebung mit Hilfe der Kamera ab und erhält über einen Lautsprecher akustische Informationen über die Entfernung, die Größe und die Farbe der Objekte, die sich in seiner Umgebung befinden.
Seit 1.9.2000 wird das Projekt "Entwicklung einer Mobilitäts- und Orientierungshilfe für Blinde und Sehbehinderte sowie von industriellen Farberkennungssystemen" über das Existenzgründerprogramm Exist-Seed[4] vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF[5]) in der Push!-Region[6] Stuttgart gefördert und in der Abteilung Visualisierung und Interaktive Systeme[7] (VIS) von Prof. Dr. Thomas Ertl[8] als Mentor betreut. Die weitere Entwicklung des Projektes erfolgt in der Forschungsgruppe "Angewandte Informatik für sensorisch Behinderte" (AIsB) in Zusammenarbeit mit Frau Dr. Waltraud Schweikhardt[9] und Herr Alfred Werner[10], die langjährige Erfahrungen in der Entwicklung von Hilfsmitteln für Blinde und sensorisch Behinderte besitzen (Stuttgarter Mathematikschrift für Blinde[10], rechnerunterstützte Methoden zur tastbaren Wiedergabe graphischer Darstellungen, Bildschirmtext als rechnerunterstütztes Kommunikationsmittel für Blinde, rechnerunterstütztes Lernen für Gehörlose).
Die Entwicklung der Orientierungshilfe ist Teil einer Kooperation mit
Dr. Harald Teufel[11], der im
Rahmen des Programms "Junge Innovatoren" an der Universität
Tübingen[12],
Abteilung
Theoretische Astrophysik & Computational Physics[13] vom Ministerium
für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg[14] gefördert
und von Prof. Dr. Hanns
Ruder[15] betreut wird. Außer der Orientierungshilfe für Blinde
sollen im Rahmen der Kooperation Modelle der Farbwahrnehmung und Farberkennungsgeräte
entwickelt werden, die eine exakte Messung der menschlichen Farbwahrnehmung
ermöglichen. Die Hard- und Software, die aus dieser Kooperation hervorgehen
wird, kann über Color-Physics
GmbH[16] bezogen werden.
Kontakt:
|
University of Stuttgart, Institute for Computer Science, Visualization and Interactive Systems Group http://www.vis.uni-stuttgart.de/eng/research/fields/current/colorphysics/index.html |