Für numerische Simulationen mit Finiten Elementen ist die
Qualität des FE-Netzes ein entscheidender Faktor. Um also aus
der Simulation brauchbare Daten zu bekommen muss darauf geachtet
werden, dass das verwendete FE-Netz bestimmte Eigenschaften besitzt.
Aus diesem Grund entwickelten wir Methoden um das Netz auf diese
Eigenschaften hin zu untersuchen und es bei Bedarf hinsichtlich dieser
Größ zu optimieren. Dazu gehören im Wesentlichen die
Seitenverhältnisse und Winkel jedes einzelnen Finiten Elements,
aber auch die Vermeidung von Dreiecken oder Verbiegung viereckiger
Elemente (Warping).
Gitterrelaxation
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Abbildung 1: Originalnetz (oben) und relaxiertes Netz (unten)
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Werden Bauteile z.B. durch Editieren deformiert, ändern sich
zwangsläufig auch die Eigenschaften einiger Finiter Elemente.
Darum muss die Gestalt der geometrisch veränderten Elemente
durch geeignete Mechanismen korrigiert werden.
Beschränkt sich die Deformation auf kleine Gebiete bzw. auf
geringe Veränderungen der Elemente, ist Relaxation
ein möglicher Mechanismus die notwendige Netzqualität
(wieder-)herzustellen.
Hierbei werden die Gitterknoten so auf der Bauteiloberfläche
verschoben, dass die Gestalt der Elemente bei unveränderter
Konnektivität optimiert wird (siehe Abbildung 1).
In unserem Fall ist hierbei
insbesondere auf die Einhaltung der modellierten Oberfläche
sowie die Unveränderlichkeit der Bauteilcharakteristiken wie
Ränder und innere Kanten zu achten. Die entwickelten Methoden
wurden aus diesem Grund speziell auf die Bedürfnisse im FE-Umfeld
abgestimmt.
Da Relaxation die Topologie des Netzes unangetastet lässt
und die modellierte Fläche erhält, ist diese nicht geeignet
um Warping zu beheben. Hierzu werden spezielle Methoden entwickelt,
die versuchen einen tragbaren Kompromiss zwischen Verbiegung der Elemente,
Anzahl der benachbarten Dreiecke und der Veränderung der
Fläche zu finden.
Lokale Neuvernetzung
Ist die Deformation der Elemente so groß, dass Relaxation die
erforderlichen Elementeigenschaften nicht herstellen kann, wird eine
lokale Neuvernetzung notwendig. Hierbei werden je nach Bedarf
neue Kanten und Elemente eingefügt oder entfernt, wie in
Abbildung 2 schematisch dargestellt.
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Abbildung 2: Fehlerhafte Elemente (links) und ihre Korrektur (rechts)
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Ist eine Kante zu kurz wird sie auf einen einzigen Knoten zusammengezogen
(Abb. 2(a)). Das Vorgehen bei ungünstigen Winkeln ist in den
Abbildungen 2(b), 2(c) und 2(e) dargestellt: Ist ein Winkel im Dreieck
zu groß (Abb. 2(b)), so werden das Dreieck und das an der
entsprechenden dem Winkel gegenüberliegenden Kante anschließende
Element aufgeteilt. Treten zu große Winkel in Vierecken auf, ist
dies meist kombiniert mit ungünstigen Seitenverhältnissen
(Abb. 2(c)) oder zu kleinen Winkeln in den beiden Knoten der zweiten
Diagonale (Abb. 2(e)). Ersteres wird ebenfalls durch Aufteilen der
betroffenen Elemente und der an den betroffenen Kanten angrenzenden
Nachbarelemente behoben. Die Kombination zu kleiner und zu großer
Winkel im Viereck wird durch Teilen des Vierecks entlang der Diagonale
behoben. Die entstehenden Dreiecke werden ggf. mit anderen angrenzenden
Dreiecken zusammengelegt um zu viele benachbarte Dreiecke zu vermeiden
(siehe auch Abbildung 2(d)).
Im Anschluss an die lokale Neuvernetzung kann das FE-Netz noch mit dem
oben beschriebenen Verfahren relaxiert werden um kleinere noch vorhandene
Unstimmigkeiten zu beseitigen.
Bauteilvergleich mittels Distanzmapping
Um beurteilen zu können wieweit sich die Bauteiloberfläche
durch die Gitteroptimierung oder editieren von der Originalfläche
entfernte, gibt es die Möglichkeit zwei Bauteile gleichzeitig
anzuzeigen die Unterschiede farblich zu kodieren. Abbildung 3
zeigt den Vergleich des Originalbauteiles (rechts) zum gitteroptimierten
Bauteil (links), wobei Distanzen zwischen 0.1 mm und 1 mm farblich
markiert wurden. Dieses Beispiel zeigt wie gut die Oberfläche
erhalten wird.
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Abbildung 3: Vergleich des Originalbauteils (rechts) zum
gitteroptimierten Bauteil (links)
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